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Polieren&verchromen

FAQ




Hochglanzpolieren ist das eine, Vernickeln und Verchromen das andere. Damit die Bauteile aber wirklich tadellos glänzen, ist ein immenser Arbeitsaufwand erforderlich. Wir haben uns in den "Hexenküchen" umgesehen.

Perfektionisten sind im Grunde genommen gestraft. Besonders aber dann, wenn sie auch noch Putzfanatiker sind. Für sie gibt es wohl nichts Schlimmeres als ein schmuddeliges oder gar zerschundenes Bike. Richtige Maloche ist das Aufpolieren von Alu- und Edelstahl-Bauteilen. Daher ist diese Bikerfraktion auch viel öfters in ihren Garagen beim Putzen als unterwegs auf großer Fahrt oder bei den Treffen zu finden..
Doch Spaß beiseite. Echte Putzteufel lassen sich von so einem Gerede nicht bange machen, sie haben die Dinge sicher im Griff, wissen, mit welcher Arbeitsweise und welchem Poliermittel optimale Ergebnisse zu erzielen sind. Wer sich jedoch noch nie mit so etwas beschäftigt hat, kann sich vielfach überhaupt nicht vorstellen, was da auf einen zukommt.
Polierarbeiten lassen sich grundsätzlich in zwei Kategorien unterteilen: Als Auftragsarbeit lässt man sie in einem Fachbetrieb erledigen oder man entscheidet sich für die „do-it-yourself“-Methode. Beides hat natürlich Vor- und Nachteile. Gibt man die Brocken beim Spezialisten ab, bleiben die Finger zwar sauber und die Werkstatt aufgeräumt, das Portemonnaie wird aber spürbar dünner. Denn billig ist der Spaß gerade nicht. Wer sich die Sachen selbst vorknöpft, spart dagegen eine Menge Kohle, muss aber viel Mühe und Zeit investieren. Doch bei allem Ehrgeiz zur Eigenleistung, um es an dieser Stelle gleich vorweg zu nehmen, nicht alle Bauteile lassen sich daheim in der Hobbywerkstatt picobello aufbereiten. Großflächige Bauteile wie zum Beispiel Rahmen, Tank, Hinterradschwinge oder Laufräder bekommt man mit den Heimwerker-Schleif- und Poliersets kaum gescheit hin. Warum, dazu später mehr.
Bei kleinen Flächen oder filigranen Teilen ist dagegen die Selbsthilfe empfehlenswert. Erfahrene Polier-Champions kennen sämtliche Tricks und Kniffs. Ihnen braucht man sicherlich nichts mehr zu erklären, sie wissen Bescheid, unsere Tipps richten sich daher an die Neueinsteiger in der „Meister-Proper-Gilde“. Zur einfachsten Übung gehört das Aufpolieren von matt oder angelaufenen Oberflächen. Das können zum Beispiel V2A-Speichen, V2A-Schutzbleche, Flach- oder Hochschulterfelgen, Halteplatten, Haltestreben, Gabelbrücken, Tauchrohre, Motordeckel und Deckelchen oder wer weiß was sonst noch sein. Mit einem guten Vorrat an Leinentuch und einer oder vielleicht sogar mehreren Tuben „Autosol“ bewaffnet, macht man sich an die Arbeit. Die Paste wird auf ein Stück Tuch oder direkt auf das Bauteil aufgetragen und dann gut verrieben. Schon nach kurzer Zeit wird die Paste sowie der Bereich des Tuches, mit dem man reibt, richtig schwarz. Dauer des ersten Polierschrittes hängt vom Oberflächenzustand ab. Mal geht es ganz fix, mal kann man minutenlang wienern. Hat man das Gefühl, dass man nicht mehr über eine stumpfe, sondern inzwischen richtig glatte Fläche reibt, wird mit einem frischen Tuch ordentlich nachpoliert. Autosol ist universal einsetzbar, auch Chrom- und Nickelflächen blinken nach der Polieraktion wie neu. Das "Wundermittel" gibt es an Tankstellen, im Kfz-Handel, oft auch in den Autoabteilungen von Supermärkten oder Kaufhäusern.
Runde Bauteile, wie zum Beispiel Speichen oder Tauchrohre lassen sich sehr gut mit Polierbändern auf Vordermann bringen. Nach der Vorarbeit ist allerdings auch hier ein Nachpolieren mit einem sauberen Tuch erforderlich.
Wem das Wienern per Hand zu mühselig und zu anstrengend ist, kann sich der modernen Technik bedienen. Via Bohrmaschine und Polier-Set aus dem Zubehörhandel werden die Flächen auf Hochglanz gebracht. Mit unterschiedlichen Schwabbelscheiben und dem entsprechenden Wachs wird erst vor-, dann nachpoliert. Hier heißt die Devise: lieber einmal mehr wachsen als zu wenig und beim Polieren die Schwabbelscheibe immer wechselseitig zur Fläche laufen lassen.
Kritisch wird die Angelegenheit, wenn kleine Risse und Riefen die sonst spiegelglatte Oberfläche verschandeln. Um sie wegzubekommen gibt es ein zu empfehlendes Mittel und das heißt: "Lava-Diamant". Mit diesem schwammähnlichen Schleifkörper lassen sich feine Macken mühelos wegschleifen. Lediglich ein Nachpolieren ist anschließend erforderlich.
Alu-Bauteile, bei denen der Schutzlack abgeplatzt, die vom Streusalz angefressen, oder nach einem „Ausrutscher“ richtig verschrammt sind, bereiten dagegen die meiste Arbeit. Mit „nur“ Aufpolieren sind ramponierte Oberflächen nicht zum Glanz zu bringen. Lackreste und Riefen müssen zuerst sorgfältig ausgeschliffen werden. Um das Teil ordentlich in die „Mache“ zu nehmen, wird es abgebaut, sauber gewaschen, die Dichtungsreste abgekratzt und alle Lagerstellen sorgfältig abgedeckt, damit kein Schleifstaub eindringen kann.
Vielfach bekommt man zum Polier-Kit gleichzeitig einen dazugehörigen Schleif-Kit mitgeliefert. Gemäß der Gebrauchsanweisung werden die Schleifscheiben eingesetzt. Um die Arbeit sicher durchzuführen, muss die Maschine in einen Bohrmaschinenständer gespannt sein. Zum weiteren Arbeitsschutz gehört der Mundschutz und eine Schleifbrille. Hat man die Fläche glattgeschliffen, wird sie, wie bereits oben beschrieben, auf Hochglanz poliert.




Polieren
vom Rost zum Chrom

Nun ist Polieren aber nicht gleich Polieren. Und das hat ganz offensichtlich auch der TÜV mitbekommen. Werden nämlich demolierte Fahrwerksbauteile tief ausgeschliffen oder gar Raupen an den Schweißnähten geglättet um anschließend poliert zu werden, kann hierbei unter Umständen die Material- und Betriebsfestigkeit beeinträchtigt werden. Je nach Umfang und Ausmaß, und vorausgesetzt natürlich, man wird von der Polizei erwischt oder baut einen Unfall, kann es zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen. Vor solch einer geplanten Fleißaktion sollte man unbedingt mit der TÜV-Prüfstelle Rücksprache halten und die Arbeit von einem Fachbetrieb, der auf jeden Fall eine entsprechende Bescheinigung mitliefert, ausführen lassen.
Der Weg zum Spezialisten ist meist aber auch dann erforderlich, wenn große Flächen poliert werden sollen. Mit Aufpolieren in der eigenen Schrauberbude ist es hier oft nicht getan. Vor der eigentlichen Polierprozedur ist nämlich vielfach eine intensive Vorarbeit fällig. Sämtliche Kratzer, Riefen oder Korrosionsspuren müssen restlos entfernt werden. Mit unterschiedlicher Körnung wird der Oberfläche zu Leibe gerückt. Hierbei muss der Experte darauf achten, dass ein gleichmäßiges Schleifbild entsteht. Auf keinen Fall dürfen sich einseitige Schleifspuren bilden. Im nächsten Arbeitsgang wird das Teil gesisalt, dieses Glätten ist eine Vorstufe zum eigentlichen Polieren, und danach wird an der Schwabbelscheibe nun poliert. Diese Arbeit verlangt nicht nur handwerkliches Fingerspitzengefühl und ein hohes Maß an Erfahrungen, sie ist auch sehr zeitaufwändig und schmutzintensiv. Es dürfen auf keinen Fall Schleifspuren zurückbleiben, denn der kleinste Kratzer lässt sich später in der Oberfläche sehen.
Ohne die ganze Poliererei abzuwerten oder gar als unnötig darzustellen, da sie lediglich ein optisches Gimmik ist, gibt es allerdings auch wirklich sinnvolle Polierarbeiten. Zum Beispiel in der Tuningbranche. Da werden Kurbelwellenwangen, Pleuel, Ventile und Nockenwellen spiegelblank poliert. Sinn und Zweck dieser Übung ist es, jede auch noch so kleine Schramme wegzubekommen. Denn diese haarfeinen Riefen können durch Kerbwirkung zu Brüchen führen. Ein besonders heikles Thema sind Duraluminium-Pleuel. Sie werden zunächst auf Hochglanz poliert und anschließend kugelgestrahlt. Durch diese Arbeit wird die Oberfläche verfestigt und eine höhere Materialfestigkeit erzielt.

"Edelschicht"
Dass die Menschheit einen ausgeprägten Sinn für schöne Dinge hat, ist weitläufig bekannt. Und so wundert es auch nicht, dass bereits um 1800 v.Chr. (!) bei den Sumerern die Metallveredelung bekannt war. Kostbare Schmuck- und Kunstgegenstände wurden mit Hilfe von Weinsäure und Eisenstäben in Kupfergefäßen vergoldet. Als vor etwa 200 Jahren das technische Zeitalter begann, entwickelte Luigi Galvani die Metallveredlung mit Hilfe von Elektrizität. Alexander Voltas Lehre der Kontakt-Elektrizität und Michael Faradays Erkenntnisse der Gesetzmäßigkeit bei der Zersetzung von Flüssigkeiten durch elektrischen Strom trugen weiter zur modernen Metallveredlung bei. Vor 150 Jahren erzielte man in Frankfurt erste brauchbare Nickelüberzüge. In der Werkstatt von Watt wurden ab 1916 Nickelbeschichtungen, die mit den heute üblichen Verfahren durchaus vergleichbar sind, durchgeführt. Trotz geringer Schichtdicke brachte der glänzende Überzug bereits sehr gute Korrosionsschutzwerte. Sollte das Bauteil obendrein auch noch ordentlich blitzen und blinken, war allerdings ständiges Aufpolieren der Oberfläche angesagt. Ab 1922 gehörte diese schweißtreibende Arbeit der Vergangenheit an. Als sicherer Anlaufschutz wurde über die Nickelhaut eine hauchdünne Chromschicht aufgebracht. Im Motoren- und Maschinenbau brachte die Verchromtechnik ungeahnte Vorteile. Verschleißteile, die mit einer Hartchromschicht überzogen waren, unterlagen nur noch wenig Abnutzung, und die Bauteile hatten somit eine erheblich längere Lebensdauer.
Aus der Geschichte lässt sich somit ableiten, dass es bis etwa 1924 nur vernickelte Fahrzeugteile gab. Wer einen echten Oldtimer originalgetreu restaurieren will, sollte diesen Sachverhalt unbedingt beachten. Anderenfalls wäre es Stilbruch. Das Neuverchromen von Bauteilen aus späterer Epoche stellt allerdings kein Problem dar. Hier spielt es überhaupt keine Rolle, ob es sich um einen Oldtimer, Youngtimer oder ein topaktuelles Bike handelt.
Ganz im Gegenteil. Werden in Fachbetrieben mit den heute üblichen Arbeitsverfahren Bauteile von Klassikern neu vernickelt oder verchromt, ist die Qualität gegenüber früher immer bedeutend besser. Wer Sachen von seinem futschneuen Chopper oder Cruiser verchromen lassen möchte, braucht sich auch keine Gedanken zu machen. Die Galvanikspezialisten sind auf diesem Gebiet fit.
Verchromen ist allerdings keine einfache Angelegenheit. Die Sachen geschwind in ein Säurebad hängen und danach schnell mal neu verchromen, damit ist es längst nicht getan. Soll die Arbeit gut werden, sind allerhand Arbeitsgänge erforderlich. Je nach gewünschter Ausführung - ob verzinken, vernickeln, verchromen oder gar vergolden - müssen die Sachen in unterschiedlichen galvanischen Bädern ein mehr oder weniger langes 40 bis 60 Grad warmes elektrisches Bad nehmen. Diese Prozedur erfordert unfangreiche Fachkenntnis, viel Geduld und ist mit erheblichem Zeitaufwand verbunden.




Schleifen des Fahrwerks
Verkupfern

Doch bevor es soweit ist, muss sich der verehrte Heimwerker zunächst überlegen, mit welchem Überzug er das Bauteil überhaupt beglücken möchte. Handelt es sich um ausgefallene oder eine große Menge von Teilen, ist auch ein Kostenvoranschlag empfehlenswert. Soll das Teil nur eine dauerhafte Schutzschicht gegen Korrosion bekommen - eine tadellose Optik wie zum Beispiel bei Schraubenelementen, versteckten Halteplatten oder Streben ist nicht erwünscht - genügt das Verzinken. Umfangreiche Schleif- und Polierarbeiten sind hier nicht erforderlich. Dieser galvanische Überzug ist die einfachste und preisgünstigste Oberflächenbehandlung. Einige Fahrzeugteile, zum Beispiel Motorradrahmen oder die Anhängerkupplung am PKW, dürfen nach den Richtlinien des TÜVs nicht verchromt werden. Was man am Fahrzeug verchromen lassen darf, lässt sich bei den TÜV-Prüfstellen erfragen. Diese Sachen werden dann nur glanzvernickelt. Alle anderen Fahrzeugteile aus Kupfer, Messing, Stahl oder Zinkspritzguss lassen sich verchromen, versilbern oder vergolden. Auch Aluminium und Kunststoffe lassen sich mittlerweile im Spezialverfahren mit einer galvanischen Glanzschicht überziehen.
Ganz gleich, in welches galvanisches Bad das Bauteil aber gesteckt wird, zunächst sind umfangreiche Vorarbeiten fällig. Selbst die Lackreste abbeizen, oder die Roststellen im Strahlverfahren richtig sauber machen, lohnt sich meist nicht und ist auch nicht zu empfehlen. Diese „do-it-yourself“ Säuberungsaktionen verursachen in aller Regel großen Schaden. Das Material wird porös, und die Fachbetriebe brauchen anschließend bedeutend mehr Zeit, um die Oberfläche wieder spiegelglatt zu bekommen. Wer also etwas galvanisieren lassen möchte, braucht das Bauteil nur abbauen, gegebenenfalls zerlegen, es ordentlich sauber waschen und im Fachbetrieb abzugeben. Alte Fahrzeugteile wie zum Beispiel Motorradtanks muss man allerdings besonders gründlich säubern und Auspuffanlagen gut ausbrennen. Für alles weitere sind die Spezialisten im Galvanikbetrieb zuständig.




Kupferschicht polieren
Tauchbad zum Verchromen

Wie im einzelnen der Auftrag entgegengenommen wird, ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Für den Biker ist es letztendlich nur wichtig, dass er genau die Brocken, die er abgegeben hat, mit neuem Glanz zurückbekommt. Handelt es sich nur um zwei oder drei Sachen, ist der Ablauf sicherlich kein Problem; ist es aber eine randvolle Schachtel mit Kleinteilen, Schrauben, Muttern und allen möglichen Spezialdistanzbuchsen, sollte man für den Fall des Falles sicherheitshalber eine eigene Checkliste mit kurzer Beschreibung anfertigen. Wird durch einen blöden Zufall etwas vertauscht, und keiner weiß hinterher mehr genau, wem das Zeug gehört, hat man somit wenigstens etwas Schriftliches in der Hand. Perfektionisten machen sogar von jedem Teil ein Foto. Vom Tag des Abgebens bis man die Sachen wieder abholen kann, liegen meist sechs oder acht Wochen, oft kann aber noch mehr Zeit vergehen. Und wer weiß dann noch genau, was alles in der Kiste lag...
Doch genug der gut gemeinten Ratschläge und ab in die Hexenküche. Hexenküche
deswegen, weil es wirklich pfeift, jault, kreischt, brodelt und faucht, eben genau so, wie man sich als Kind besagte Hexenküche vorgestellt hat. In einer galvanischen Werkstatt stehen nicht nur mächtige, randvoll mit Laugen gefüllte Bottiche, in denen die Brühe brodelt. Über diesen Tauchbädern hängt eine Dunstglocke, es wird mit elektrischem Strom hantiert, an den Schleifmaschinen sprühen wild die Funken, und beim Polieren setzt sich der feine Staub in jede Hautpore.
Zunächst gilt es, die angelieferten Teile bis auf die Grundfläche zu säubern. Alle lackierten Teile werden zunächst im Entlackungsbad zwischen einer und fünf Stunden von ihrer aufgespritzten Farbe befreit. Handelt es sich um Gegenstände, die bereits einen galvanischen Überzug hatten, muss diese Schutzschicht natürlich auch erst einmal runter. In einem elektrolytischen Bad wird die Oberfläche entchromt und entnickelt. Anschließend kommen die Teile in ein mehrstündiges Salzsäurebad zum Entrosten.
Ist die Oberfläche danach metallisch sauber, lassen sich entsprechend der Betriebszeit deutlich Kratzer, Riefen und Rostspuren erkennen. Je nach Erfordernis beginnt nun die Schleifarbeit in mehreren Arbeitsgängen. Mit 60er, 120er oder 240er Körnung wird der Oberfläche zu Leibe gerückt. Hierbei muss der Monteur darauf achten, dass ein gleichmäßiges Schleifbild entsteht. Auf keinen Fall dürfen sich einseitige Schleifspuren bilden. Im nächsten Arbeitsgang wird das Teil gesisalt, dieses Glätten ist eine Vorstufe zum eigentlichen Polieren, und danach an der Schwabbelscheibe poliert. Diese Arbeit verlangt nicht nur handwerkliches Fingerspitzengefühl und viel Erfahrungen, sie ist auch sehr zeitaufwändig und schmutzintensiv. Es dürfen auf keinen Fall Schleifspuren zurückbleiben, denn jeder Kratzer lässt sich später in der Chromfläche sehen.
Bevor die blanken Bauteile nun ihre Kupferschicht erhalten, werden sie mittels Perchloräthylendampf von dem Schleif- und Polierfett gereinigt und entsprechend dem Materials mit einem besonderen Vorbehandlungsverfahren in verschiedene Beizen getaucht, damit vor dem Galvanisieren auch feinste Oxydschichten entfernt sind. Nachdem die Teile mit einer 50 bis 60 my starken Kupferschicht überzogen sind, werden sie getrocknet und ein zweites Mal an der Schwabbelscheibe auf Hochglanz poliert.
Vergammelte oder sehr alte Bauteile, die trotz intensiver Schleif- und Polierarbeit weiterhin Rostspuren aufweisen, kommen noch einmal ins Kupferbad und werden erneut poliert. Sind die Macken dann immer noch nicht weg, wird der Vorgang solange wiederholt, bis die Oberfläche spiegelblank ist. Ist man mit der Arbeit zufrieden, werden die Brocken gereinigt, entfettet und im Anschluss daran mit 2 bis 10 Volt Schwachstrom im elektrischen Galvanikbad hochglanzvernickelt. Je nach Größe kann der Aufenthalt im Tauchbad 15 Minuten, aber auch gut zwei Stunden dauern. Die aufgetragene Nickelschicht beträgt hiernach etwa 20 my. Im Anschluss an dieses Bad werden die Teile kurz mit klarem Wasser abgespült und kommen dann ins Chrombad. Nach etwa fünf Minuten ist der galvanische Prozess beendet und die Oberfläche mit einer nur 2 my (ein my ist 0,001 Millimeter!) dicken, zunächst gelblich wirkenden Chromschicht gleichmäßig überzogen. Nach Abspülen im Wasserbad erhält das Bauteil nun endlich seinen neuen Chromglanz.
Anstelle von Chrom lässt sich die Oberfläche aber auch vermessingen, versilbern oder vergolden. Letzteres ist allerdings eine reine Kostenfrage. Ohne Trocken- oder Aushärtezeit können die Bauteile sofort montiert werden.




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